Překlady

Wir müssen uns irgendwie ähnlich sein

 

Němčina

Překlad: Michael Stavarić

Nakladatelství: 2010, Residenz Verlag, Vienna

Wir müssen uns irgendwie ähnlich sein

Markéta Pilátova vereint in ihrem Debütroman „Wir müssen uns irgendwie ähnlich sein” jüdischen Witz mit tschechischer Melancholie. Sie erzählt eine turbulente Geschichte, wie man sie schon oft gehört, aber so noch nie gelesen hat. Rezensentin Sabine Berking ist beeindruckt von der Verve und der Lebensklugheit der Autorin.

 

Fakultät für richtiges Leben

 ·  Vier Frauen, ein Mann, zwei Kontinente, zwei Generationen, zwei Kulturen, zwei Diktaturen – Markéta Pilátova hat eine Menge in ihr Romandebüt gepackt. Dass es trotzdem aufgeht, verdankt sich der sprachlichen Kunst der Autorin.

Vier Frauen, ein Mann, zwei Kontinente, zwei Generationen, zwei Kulturen, zwei Diktaturen – vereint im Ringen um Schicksale, die gleichsam von der Geschichte verschluckt scheinen. Jaromír war Maruškas erste Liebe, doch nach dem Krieg, den beide im Konzentrationslager und im Versteck überlebten, sucht er sein Glück in Übersee. Maruška bleibt in Prag, will ihm nicht folgen, und er, der schon bald als dubioser Doppelagent arbeitet, beginnt einen Briefwechsel mir ihr, in dem er sie geschickt über Interna des Ministeriums, in dem sie arbeitet, ausfragt. Seinen letzten Brief erhält sie nach seinem Tod, überreicht von seiner brasilianischen Ehefrau, die plötzlich vor ihrer Tür in Prag steht.

Die junge Marta lernt Maruška in der Psychiatrie kennen, wo sie wegen Depressionen in Behandlung ist. Marta hat ein brasilianisches Ich, verrührt mit einem Tröpfchen tschechischer Essenz. Ihre Eltern waren einst vor den Nationalsozialisten nach Brasilien geflohen und wegen der Kommunisten nie in die Heimat zurückgekehrt. Genau wie Lena, die Marta aus dem brasilianisch-tschechischen Folklorezirkel in São Paulo kennt und in Prag wiedertrifft, hat sie sich nach einer Lebenskrise ins mythenumwobene Land ihrer Eltern aufgemacht. Dort verdient sie sich ein paar Kronen mit dem Stricken exotischer Schals für Edelboutiquen. Das Stricken wiederum hatte sie in der deutschen Waldorfschule von São Paulo gelernt, von einer alten deutschen Jüdin, die wenig und wenn überhaupt nur Portugiesisch sprach, weil ihr die Nazis die Muttersprache vergiftet hatten. Lena ist auf der Flucht vor einer unglücklichen Liebe, die mit der Rettung der Farm ihrer Eltern im brasilianischen Dschungel zusammenhängt. Marta wiederum wird sich alsbald auf die Flucht begeben vor einer neuen Liebe – zu einem Prager Psychiater.

Leichtigkeit der Sprache

Was für ein Romandebüt! Mit Verve, Lebensklugheit und einem seltenen Gespür für die unerträgliche Leichtigkeit der Sprache und des Seins erzählt die 1973 im ostmährischen Kremsier geborene und selbst zwischen zwei Kontinenten lebende Markéta Pilátova von den Irrungen und Wirrungen des Lebens. Nach einem Studium der Romanistik und Geschichte in Olmütz arbeitete sie für zwei Jahre als Slawistik-Lektorin im spanischen Granada und begann, für die tschechische Wochenzeitschrift „Respekt“ zu schreiben. Anschließend ging die Weltensammlerin für zwei Jahre nach Brasilien, wo sie den Nachfahren tschechischer Einwanderer die Muttersprache ihrer Eltern und Großeltern näherbrachte. Ihr Romandebüt, das im tschechischen Original „Gelbe Augen weisen den Weg nach Hause“ heißt, speist sich auch aus diesen Erfahrungen.

Im vertrackt komplizierten Leben ihrer Helden kommt es immer wieder zu neuen Rissen in einer gerade mühsam errungenen Harmonie, immer wieder dichtet die Autorin neue, unglaubliche Geschichten auf die Seiten, Geschichten aus dem alten und neuen Böhmen und dem brasilianischen Dschungel, Geschichten zwischen Voodoo-Zauber und Vyšehrad-Romantik, gepresst durch das tragikomische Sieb der ewigen Unbehaustheit. Erzählt wird mit vielen Stimmen und aus vielen Perspektiven, jede der Frauen kommt zu Wort, und auch Jaromírs sonorer Bass erklingt aus seinen Briefen und Tagebuchaufzeichnungen. Daraus erfährt Maruška nach Jahrzehnten, dass weder sie noch seine Ehefrau seine große Liebe waren, sondern eine schöne Zigeunerin, die er im Konzentrationslager kennengelernt hatte, wo das Mädchen den Nazi-Schergen als Lagerdirne zu dienen hatte.

Jüdischer Witz und tschechische Melancholie

Zwischen den mal melancholischen, mal dramatischen, mal komischen Zeilen dieses Buches schmunzeln ein Bohumil Hrabal und ein Jaroslav Hašek, aber es gibt auch die Magie der lateinamerikanischen Literatur und eine gehörige Prise mitteleuropäischer jüdischer Witz. Jede Einzelne aus dem Damenquartett, das um die aus Prag stammende Mutter Martas ergänzt wird, kämpft tapfer ums eigene Glück, mal mit einem Quentchen Opportunismus, mal mit Opposition, mal mit dem Gewehr in der Hand. Am Ende können alle endlich die Vergangenheit in der Hand halten und den „Duft von Erinnerungen“ einatmen, die nicht mehr von der obligatorischen SahnebratenNostalgie einer heimwehkranken Exilgemeinde verpestet ist. „Das Leben ist schön. Zum Verrücktwerden schön. Nicht dass es so ist. Aber ich sehe es so“, schrieb einst Hrabal. Markéta Pilátova hat aus dieser schriftstellerischen Lebensmaxime einen schönen Roman gemacht.

 
 

 Mijn ogen leiden je naar huis

 

Nizozemština

Překlad : EDGAR DE BRUIN

Nakladatelství : 2011, Uitgeverij De Geus, Breda

 
 
Yaromir is Maruška’s grote liefde, tot de oorlog hem dwingt overzee te vluchten en niet alleen Tsjechië maar ook haar te verlaten. In Brazilië aangekomen trouwt hij met Luiza, een dochter van Duitse immigranten. Wanneer de communisten na het einde van de oorlog Praag in bezit nemen, ontvangt Maruška een brief uit Brazilië – de eerste van vele brieven van Yaromir.Zijn laatste brief ontvangt ze uit handen van Luiza. Samen proberen ze Yaromirs geheim te ontrafelen. Hoe heeft hij hun liefde ingezet in het politieke machtsspel dat werd gespeeld?Schrijfster en journaliste Markéta Pilátová (Kromeríž, 1973) studeerde Romaanse talen aan de Palacký-universiteit van Olomouc en werkte daar aansluitend zes jaar als docent. Vervolgens doceerde ze twee jaar Slavische talen in Granada, waarna ze naar Brazilië verhuisde. Momenteel woont ze in Praag en werkt als redacteur bij het weekblad